Lange nichts mehr gehört – meine Fotografie


Hallo zusammen. Ich war lange nicht mehr auf meinem Blog und habe mich nicht mehr gemeldet. Bei mir war in letzter Zeit ziemlich viel los mit Studium, Arbeit und ich konnte auch noch ein Buchcover gestalten (und hoffentlich bald noch ein paar mehr).

Ein weiteres Projekt ist die Fotografie. Mein Portfolio könnt ihr auf der Webseite: nataschahelbling.ch finden. Dort bin ich öfters und lade auch immer wieder neue Bilder rauf. Bald gehe ich zwei Wochen nach Island, was hoffentlich zu vielen unglaublich schönen Bildern führen wird. Es würde mich sehr freuen, wenn ihr dort einmal vorbeischaut (falls es euch interessiert).

Hier ein kleiner Vorgeschmack (ein Bild aus meine Portfolio, dass ich erst gerade hochgeladen habe).

Wolf Storybook small

P.S. Ich habe heute meine alten Blogposts hier durchgelesen und eure Kommentare. Ich sollte mir wieder einmal Zeit nehmen und hier schreiben, ich hoffe ich komme bald dazu. Ich vermisse das Schreiben auch ein bisschen.

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scriptio continua


einatmenzweiatmendreiatmenausatmenstille
schlagschlagaufschlagaufschlagstille
einatmenzweiatmendreiatmenkeinatmenstille
schlagschlagaufschlagleerschlagstille
stille
stille

Schneeweiss

Einatmen, zweiatmen, dreiatmen, ausatmen. Stille.
Schlag, Schlag auf Schlag, Aufschlag. Stille.
Einatmen, zweiatmen, dreiatmen, keinatmen. Stille.
Schlag, Schlag auf Schlag, Leerschlag. Stille.
Stille.
Stille.


the one you feed.


Image


One evening an old Cherokee told his grandson about a battle that goes on inside people.

He said, “My son, the battle is between two wolves inside us all.

One is Evil. It is anger, envy, jealousy, sorrow, regret, greed, arrogance, self-pity, guilt, resentment, inferiority, lies, false pride, superiority, and ego.

The other is Good. It is joy, peace, love, hope, serenity, humility, kindness, benevolence, empathy, generosity, truth, compassion and faith.”

The grandson thought about it for a minute and then asked his grandfather: “Which wolf wins?”

The old Cherokee simply replied, “The one you feed.”

'two wolves' - an old cherokee tale.



the one you feed triangle kleiner NH


Lieder im Wind


Sie sangen Lieder in den Wind. Geschichten, die sie noch nicht verstehen konnten und vielleicht niemals verstehen würden, denn sie waren jung und die Welt neigte sich ihrem Ende zu. Die Weiden, unter denen die Kinder standen, krümmten sich als die Schüsse fielen und blieben von da an totenstill.

Schneeweiss


Die Krähen


Regen fiel und flutete die Strassen. Dreissig Tage fiel er bis die Welt sich verändert hatte und die Menschen in ihren nassen Gräbern versanken. Eisig kühl bedeckte er Häuser und Bäume und verschlang beinahe jeden Atemzug der Erde. Das Mädchen jedoch sass auf ihrem selbstgefalteten Papierschiff und liess sich treiben. Geduldig wartete sie bis zu dem Tag als die Krähen kamen und sie davontrugen.

Rosenrot


Bus nach Nirgendwo



Irgendwann war er plötzlich da und ich stieg ein in diesen Bus. Ich hatte nicht einmal speziell auf ihn gewartet, aber als er dann vor mir stand und wartete, so ganz als ob er nur wegen mir hier wäre, mit seinem zerkratzten roten Lack und seinem einzelnen leuchtenden Auge, da beschloss ich einzusteigen.
Es schien als wäre er einsam, verloren in dieser mit Leben pulsierenden Stadt, zu kaputt für die schillernde Welt. Ein bisschen so wie ich. Er war mir ganz einfach sympathisch.
Drinnen roch es modrig und nach Schnaps. Die meisten Sitze waren leer, manche zerfetzt, andere lagen auf der Seite als wären sie zu müde um wieder aufzustehen. Doch in einigen wenigen kauerten dunkle Gestalten und sahen mich mit ihren leeren Augen an. Als ich mich an das Dämmerlicht gewöhnt hatte, bemerkte ich eine alte Frau in der hintersten Reihe. Sie verzog ihren zahnlosen Mund zu einem breiten Grinsen. Schaudernd setzte ich mich so schnell wie möglich auf einen leeren Stuhl am Fenster. Draussen zog die Stadt vorbei. Sie packte ihre Koffer und verschwand in der Dunkelheit.
Ich betrachtete die schmutzige Fensterscheibe... bis ich einschlief.

Als ich wieder aufwachte, war es stockfinster. Es kostete mich einige Sekunden mich zurechtzufinden. Schlagartig erinnerte ich mich an den Bus, dass ich eingestiegen und eingeschlafen war. Es fühlte sich an als hätte ich eine Ewigkeit geschlafen, ich war wie benebelt und meine Gedanken irgendwo in weiter Ferne. Und wir fuhren immer weiter in die Dunkelheit. Raum und Zeit hörten irgendwann auf zu existieren und eine immerwährende Nacht legte sich über uns, drohte uns zu verschlingen.
Zwischendurch hielten wir an. Nicht oft. Nur ab und an während der ganzen langen Reise. Dann hörte ich gedämpfte Schritte und irgendjemand stieg mitten in der Dunkelheit aus dem Bus aus. Und immer wieder fragte ich mich, ob ich nun alleine hier sitze.

Irgendwann hatte auch die Dunkelheit ein Ende und ich erkannte vereinzelt Bäume, die sich in einer kargen Wüste emporstreckten. Wie verwitterte Wegweiser stachen sie in den Himmel, schlitzten ihn auf. Blattlos und grau.

Als wir erneut hielten, wartete ich darauf, dass jemand aufstand, wartete auf die dumpfen Schritte, die das Gehen einer weiteren Person ankündigte, aber es blieb still. Geduldig wartete der Bus, die Türen weit aufgerissen, wie das klaffende Maul eines Tieres, und in meinem Kopf hörte ich leise eine Stimme. Immer wieder flüsterte sie mir drei Worte zu. "Es wird Zeit." Als die Worte sich zu einem Singsang wandelten, stand ich zögerlich auf und lief den Gang hinunter. Ich sah keine der kauernden Gestalten mehr, die mich beim Einsteigen wortlos begrüssten. Die Sitze waren verlassen und ich ganz alleine. Langsam stieg ich die Treppe hinunter in die kalte Wüste mit dem einzelnen einsamen Baum vor mir, der genauso aussah, wie all die anderen. Hinter mir schlug die Türe des Busses zu und er fuhr weg. Wieder in die Dunkelheit. Liess mich zurück in der Kälte. Ich begann zu laufen, immer geradeaus - Richtung Horizont. Kein Blick zurück. Denn er würde ohnehin nicht mehr wiederkommen. Mein Bus nach Nirgendwo.

Rosenrot


Die letzte Nacht


Ich laufe durch die Nacht. Flackernde Strassenlaternen werfen ihr tristes Licht auf den Weg vor mir. Ich fühle mich einsam, als wäre ich nur noch ein Schatten, als hätte ich mich selbst verloren. In einer Weise habe ich das auch, irgendwo in der Dunkelheit. Existieren Schatten in der Nacht? Eisiger Regen fällt auf die Strassen, tropft von den Bäumen über mir und durchnässt mich. Wenn ich könnte, dann würde ich mich hier hinlegen. Ich würde mich zusammenrollen inmitten des prasselnden Regens und die Augen schliessen. Doch ich merke, dass ich verfolgt werde. Dass dafür keine Zeit bleibt. Schwarze Gestalten lauern hinter meinem Rücken und obwohl ich sie nicht sehen kann, spüre ich sie. Erst waren es nur zwei, dann drei, nun sind sie unzählbar. Sie lösen sich von den Türen der Häuser, kriechen aus den Gassen, folgen mir leise und einige warten an der Kreuzung in der Ferne. So langsam und bedächtig als wollten sie mich nicht erschrecken, als wollten sie mich in Sicherheit wiegen. Sie flüstern falsche Versprechen in den Wind oder jammern über verlorene Zeiten. Sprechen von Worten, die ich vergessen habe. Ich bin nicht hier, bin nirgendwo anders, bin nicht mehr ich und doch niemand sonst. Sie versuchen nach mir zu greifen, ziehen an meinem Mantel, und ich löse mich auf bis ich nichts mehr fühle. Bis ich mich nicht mehr fühle. Es ist nur ein Spiel, dass immer weiter geht. Als sässe ich auf einem Karussel. Ja ich vermisse mich manchmal. Das was ich sein wollte, was ich war, was ich verloren habe. Ich vermisse dich manchmal. Ich laufe durch die Nacht und löse mich auf, langsam aber stetig. Regen fällt. Und es fühlt sich so an als wäre dies meine letzte Nacht.

Schneeweiss


Gaia


Ich will rennen und stolpern und hinfallen. Mich im Dreck wälzen und schreien und hysterisch lachen. Ich will zerstören und erschaffen, will unvernünftig sein, will alles um mich herum in Brand stecken und mich selber brennen lassen. Ich will kreischen, schluchzen, brüllen. Will zerfetzen, zerkratzen, zerreissen und zerknüllen. Ich will Sturm säen und dabei nichts ernten. Will die Welt erschüttern, Erdbeben schaffen, Träume platzen und Regen regnen lassen. Ich will austicken, will wütend werden, will allen Tränen freien Lauf lassen.

Mich hinlegen, die Augen schliessen und loslassen.

Rosenrot


Homeless


Ein allerletztes Mal schaute ich zurück auf die Trümmer. Nichts war mehr so wie früher. Zeit zu gehen. Als ich mich umdrehte, wirkte die Welt seltsam verschwommen. Ich folgte der kleinen, verlassenen Strasse bis zum Wegweiser, da nahm er meine Hand in seine.

"Bereit?" fragte er.
"Bereit."

Rosenrot


1000 Worte


1000 Worte dir zugeflüstert.
Nur über die Stille hinweg,
Hast du mich nicht gehört.

1000 Räume zu entdecken.
Hätten wir uns nicht verloren,
Im ersten schon.

1000 Lichter gelöscht.
Und draussen vor dem Fenster,
Lässt du den Regen fallen.

1000 Stimmen in meinem Kopf.
Steck die Dämonen in eine Box,
Lass sie schlafen.

Schneeweiss